Werkeln für alle bei wagnis3

Tolle Werkstätten gibt es in jedem der wagnis-Projekte. Hier reparieren die Bewohnende Fahrräder, basteln Vogelhäuser oder leihen sich Werkzeug für Arbeiten in der eigenen Wohnung aus. Bei wagnis3 in der Messestadt Riem sind explizit auch Nicht-Bewohnende eingeladen die Werkstatt zu nutzen und an Kursen teilzunehmen. Für wagnis-Mitglieder, die noch keine Wohnung in einem der Projekte haben, ist es eine Möglichkeit ins echte Genossenschaftsleben reinzuschnuppern. Das gesamte Angebot findet sich unter: Kurse und Veranstaltungen – Nachbarschaftswerk.

„Bei uns kann man Sitzkissen weben, Ledergürtel nähen, Gemüse fermentieren, Linoldrucke anfertigen, Holz schnitzen, töpfern oder auch einfach nur vorbeikommen, um ein Brett zu sägen“, berichtet Nica Auer, die Mitbegründerin der Werkstatt ist und auch Kursleiterin. „Neu seit diesem Jahr sind sogenannte Pop-Up-Kurse für Nähen, Porzellan-Etagèren bauen, Buchbindearbeiten und Passe-Partout schneiden. Wir hatten oft den Fall, dass es z.B. Interessierte für einen Buchbindekurs gab, aber der von uns festgelegte Termin nicht passte. Jetzt drehen wir das Ganze mit den Pop-Up-Kursen um. Interessent*innen für ein bestimmtes Kursthema können sich bei uns melden und wenn wir mindestens drei potenzielle Teilnehmende zusammen haben, suchen wir für die einen gemeinsamen Termin für einen Pop-Up-Kurs.“

Die über 80 Quadratmeter große Werkstatt befindet sich im Untergeschoss von wagnis3. Der Raum war in der Planungsphase als Fahrradkeller gedacht, aber dann kamen die künftigen Bewohnenden auf die Idee, stattdessen eine Werkstatt einzurichten. Das bedeutete erhebliche Mehrkosten, weil Lüftung und Heizung eingebaut und Wasseranschlüsse verlegt werden mussten. „Wir haben eine Spende von der Stadtsparkasse bekommen, aber es war ganz klar, dass wir irgendwie Geld einnehmen müssen, um unseren Werkstatt-Traum zu refinanzieren. Deshalb haben wir den Verein Nachbarschaftswerk e.V. gegründet und schon vor 15 Jahren die Werkstatt für alle geöffnet“, erinnert sich Nica Auer.

Wer zu Kursen kommt, hat sich im Lauf der Zeit gewandelt. Waren es vor 15 Jahren noch zu 80 Prozent die eigenen Bewohnenden und vor allem die hauseigenen Kinder, so sind heute Dreiviertel der Kursbesucher*innen aus dem Viertel. Manche Besucher und Besucherinnen kommen sogar aus Schwabing nach Riem, um die Werkstatt zu nutzen.

„Zum Reinschnuppern ist unsere offene Werkstatt am Samstag von 10 bis 12 Uhr am besten geeignet. Da sind immer zwei bis drei Fachleute da. Man kann sich die Werkstatt ansehen, etwas reparieren oder sich helfen lassen, wenn man selbst zwei linke Hände hat“, empfiehlt Nica Auer.

Insgesamt sind neun Menschen in der Werkstattorganisation aktiv. Es gibt für vielfältige Bereiche Werkstattleute mit Know-How, von B wie Buchbinden bis S wie Schreinern. „Was uns fehlt, ist eine jüngere Person, die Lust hat, die Social-Media-Kanäle für unsere Werkstatt aufzubauen und zu bespielen. Wir möchten, dass unsere Werkstatt weiterhin alle Generationen nutzen, da gehört eine Social-Media-Präsenz einfach dazu.“ Wer Lust darauf hat, darf sich gerne melden unter kontakt@wagnis-werkstatt.org.

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